Triathlon

SV Hellas 1923 (1910) e. V. Siegburg

Bericht vom Ironman 70.3 Zell am See 1.9.

Dienstag 3. September 2013 von norbert

Bericht von Norbert.

Bei einem Ironman-70.3-Rennen werden 1,9 km geschwommen, 90 km auf dem Rad zurückgelegt und als Abschlussdisziplin wird die Halbmarathon-Strecke über 21,1 km gelaufen. Aus der Gesamtdistanz von 113 km entsprechend 70,3 Meilen leitet sich der Name ab. Weltweit werden von der World Triathlon Corporation, kurz WTC, Rennen über diese Distanzen vergeben. 2009 fanden 34 Rennen statt. Das ehemals als Half-Ironman-Rennen bekannte Format wurde so vom Lizenzgeber World Triathlon Corporation zu einer eigenen Triathlonserie gebündelt. (Quelle: Wikipedia)

Am Samstag, einen Tag vor dem Wettkampf kamen wir (Norbert und Silvia) in Zell am See an. Vorher hatten wir eine schöne Wanderung durch die Dolomiten gemacht und danach Anne, Bernd und Sigrid im nahen St. Johann getroffen. Die Veranstaltung hatte schon begonnen, am Vorabend hatte eine „Kasnocken-Party“ stattgefunden und die Kinderwettbewerbe waren im vollen Gange. Pünktlich zur Wettkampfbesprechung um 11:00 Uhr im Kongresszentrum hatten wir uns einen der letzten Plätze in den Parkhäusern der Zeller Innenstadt gesichert. Es gab zeitlich versetzt eine Wettkampfbesprechung auf Deutsch und eine auf Englisch, sonst wäre wohl auch das Kongresszentrum dem Ansturm der 2000 Teilnehmer nicht gewachsen gewesen.

Direkt unterhalb des Kongresszentrums in der Fußgängerzone lag der Zieleinlauf und auf dem Platz davor fand an allen Tagen eine Expo statt.

Bei der Wettkampfbesprechung wurden die Strecken und die Abläufe in der Wechselzone mit einer Powerpointpräsentation dargestellt. Als Wechselzone diente eine große Sportanlage direkt am Strandbad in Zell-Schüttdorf. Der Bike Check-In musste bereits am Samstag bis 19:00 Uhr erfolgen. Da ich erst um ca. 18:00 Uhr da war, konnte ich einen ganzen Fussballplatz voller Triathlonräder bewundern, wobei jedes Rad durch seinen Besitzer säuberlich mit einer (knall-)gelben Plastikhülle abgedeckt war, was das Szenario noch beeindruckender erscheinen ließ.

Es wurde mit einer „sauberen Wechselzone“ gearbeitet, d.h. es darf nichts lose auf oder neben dem Fahrrad liegen. Eingeklickte Radschuhe sind aber erlaubt. Für den Wechsel auf das Rad und zum Laufen werden jeweils ein Beutel ausgegeben, die fein säuberlich nach Startnummern sortiert in der Wechselzone aufgehängt werden. D.h. z.B. für den Wechsel vom Schwimmen zum Rad wird auf dem Weg der Beutel aufgenommen, dann ins Umkleidezelt gelaufen, die Schwimmsachen ausgezogen, Radsachen angezogen und die Schwimmsachen im Beutel verstaut. Auf dem weiteren Weg zum Rad wird der Beutel mit den Schwimmsachen den Helfern übergeben. Vergleichbar verläuft der Wechsel vom Rad zum Laufen.

Die Schwimmstrecke bestand aus einer großen Runde im Zeller See, der schön sauber ist und noch eine Temperatur von knapp 20°C hatte. Mit dem Rad waren 2 Runden von 43km zu fahren, so dass mit der Anfahrt von der Wechselzone und zurück insgesamt 90km zusammen kamen. Die Strecke war wellig mit 320hm pro Runde und sehr abwechslungsreich: Breite Straßen wechselten sich mit teils sehr schmalen Straßen ab, es gab 5-6 Ortsdurchfahrten mit recht vielen Kurven. Die Laufstrecke verlief flach in 3 Runden am Ufer des Zeller Sees, wobei jedesmal ein Bogen durch die Zeller Fußgängerzone gelaufen wurde.

Ca. 1500 freiwillige Helfer machten die Veranstaltung erst möglich und auch die Zuschauerbeteiligung in der Innenstadt und den Dörfern war am Sonntag trotz teilweise miserabler Wetterbedingungen grandios.

Nach einem sonnigen und heißen Freitag mit Bernd und Anne in St. Johann in Tirol, gab es am Samstag schon ein paar mehr Wolken. Trotzdem zeigte sich oft die Sonne und ich nutzte die Gelegenheit zu einem kurzen Probeschwimmen im Zeller See am Samstagnachmittag. In der Nacht kam dann aber der Regen wieder und es regnete reichlich bis in den Morgen. Als ich mein Fahrrad abdeckte, hatte es zwar aufgehört, aber der Fußballplatz fühlte sich an, wie ein nasser Schwamm. Und kurz bevor ich ins Wasser stieg, fing es wieder an zu regnen, aber im Neo ist man ja gut geschützt J.

Beim Schwimmen achtete ich darauf, möglichst gleichmäßig zu schwimmen und die Belastung relativ niedrig zu halten, um nicht zu sehr aus der Puste zu kommen, was auch gut gelang. Auch die Störungen hielten sich in Grenzen, weil in Wellen gestartet wurde und die Teilnehmer sich gut in der Breite verteilten. Beim Wechsel auf das Rad klemmte mein Reißverschluß am Neo aber ein anderer Triathlet im Zelt hatte genug Zeit, mir zu helfen J.

Auf der ersten Runde der komplett für den Autoverkehr gesperrten (!) Radstrecke musste ich dann viel Energie aufwenden, da es permanent weiter regnete und die Temperatur grenzwertig kalt war. Außerdem war viel Konzentration in den Kurven erforderlich, hier ging Sicherheit bei mir wie bei vielen anderen Teilnehmern vor Schnelligkeit. Trotzdem hörte ich von etlichen Stürzen und beinahe wäre auch ich in einen Athleten hinein gefahren, der direkt vor mir beim Aufsteigen an einer Steigung mit seinem Rad umkippte und über die rechte Fahrbahn fiel. Auf der zweiten Runde hörte der Regen teilweise auf und allmählich wurde es ein kleines bisschen wärmer. Ich wurde etwas langsamer und nutzte die Zeit mehrfach, um mit Riegeln und ISO Energie für das Laufen zu tanken. Es gab umfassende Kontrollen durch Kampfrichter auf Motorrädern, so dass ich keine Windschattenfahrer sah und mich auch bemühte, nicht aus Versehen zu dicht aufzufahren.

Da ich noch nie ein Rennen von 90km gefahren war, war ich gespannt, wie sich die Beine danach anfühlen und wie das Laufen wird. Die Antwort war müde, ich spürte deutlich den Kraftverlust und alles andere als ein flacher Halbmarathon wäre Quälerei gewesen ;-). Doch bis auf ein paar Meter in der Innenstadt war die Laufstrecke flach, so dass ich hier reichlich Gelegenheit fand meine Platzierung zu verbessern. Nun hatte auch der Regen vorübergehend aufgehört, trotzdem war es noch kühl. Doch Runde für Runde wurden meine Beine schwerer und ich spürte ein „Marathongefühl“, als ich meine 3 Rundenbändchen eingesammelt hatte und ins Ziel einlaufen durfte. Die letzten 100m im Zielkanal mit Hunderten Zuschauern links und rechts und dem Gefühl, die erste Mitteldistanz geschafft zu haben, waren aber grandios J. Auch mit der Zeit von 5:11h war ich angesichts der schmalen Vorbereitung besonders im Radfahren sehr zufrieden.

Im Ziel wurden den Teilnehmern Wärmefolien überreicht, die dankbar entgegen genommen wurden. Als Zugaben gab es Medaille, Verpflegung u.a. mit Pasta, Suppe und Kuchen im Kongresszentrum und ein Finisher T-Shirt. Als Startgeschenk hatte jeder Teilnehmer bereits einen kleinen Rucksack erhalten.

Die offizielle Siegerehrung mit Abendessen (für die Teilnehmer im Preis inbegriffen) fand ab 19:00 Uhr im Kongresszentrum statt. Neben den Profis wurden auch die Altersklassenathleten geehrt. Viel Dank ging auch an die Helfer und die Gemeinden bzw. deren Repräsentanten, die die Veranstaltung so gut unterstützt hatten. Das lief alles sehr professionell ab, mit zwei guten Moderatoren (deutsch- und englischsprachig), Lightshow und fetziger Musik. Geehrt wurden auch die beiden schnellsten behinderten Athleten bei den Männern und Frauen, von denen die Frau alle Distanzen nur mit den Armen absolviert hatte.

Passend zum irischen Wetter in Österreich kamen die Gesamtsieger natürlich aus Irland ;-). Bei den Männern belegte Nils Frommhold aus Deutschland den zweiten Platz. Nach knapp 2 Stunden und vor der Vergabe der Slots für die nächste 70.3 Weltmeisterschaft verließen wir zufrieden die Veranstaltung.

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 3. September 2013 um 22:42 und abgelegt unter 2013, Berichte. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

3 Kommentare über “Bericht vom Ironman 70.3 Zell am See 1.9.”

  1. Stefan schrieb:

    Hallo Norbert,

    schöner Bericht und schöne Fotos…da kribbelts gleich…!

    Schade, dass Du Pech mit dem Wetter hattest, hört sich ansonsten alles sehr schön an! Die Endzeit ist ja gerade bei den Bedingungen wirklich klasse!

    Viele Grüße und bis bald
    Stefan

  2. Anja schrieb:

    Wow…..tolles Erlebnis und super Leistung für diese Widrigkeiten!

  3. Markus schrieb:

    Hi Norbert,
    tolle Leistung bei dem Sch…. Wetter.

    Grüße Markus