Triathlon

SV Hellas 1923 (1910) e. V. Siegburg

2 Berichte und Bilder vom Ostseeman am 3.8.

Freitag 8. August 2014 von norbert

Bericht von Michael Wank.

Bämm! Geschafft! Nach dem verpassten Debut im vergangenen Jahr sollte der Traum von der Triathlon-Langdistanz in diesem Jahr endlich Realität werden. Er wurde es, und wie…

Letztes Jahr hatte ich sehr viel und planorientiert trainiert, was mir in vielen Einheiten aufgrund von Unerfahrenheit nicht immer positiv zugute kam. Trotz guter Zwischenresultate blieben auch ohne den krankheitsbedingten Ausfall bis zum Schluss große Zweifel am Gelingen des Unterfangens.  In diesem Jahr ging ich die Sache deutlich entspannter an. Mir war klar, auf welche Trainingsinhalte es ankommt und so gestaltete ich meinen eigenen Plan, der inhaltlich näher an meinen Stärken und Schwächen orientiert war.  Die Zwischenergebnisse der Wettkämpfe auf Mallorca, in Bonn und Würzburg waren verheißungsvoll und fanden allesamt unter teils extremen Hitzebedingungen statt. Doch Hitze scheint unser Medium zu sein, in dem Stephan und ich gut zurechtkommen.

Schnitt!

Anfahrt nach Glücksburg zum Ort des Wettkampfs. Keine Krankheit bahnte sich an und ich war schon seit Tagen sehr zuversichtlich und daher sehr gelassen. Keine Unruhe oder Nervosität machte sich breit. Wir hatten Glück und kamen in einer tollen Pension unter, in der man uns und den anderen Sportlern jeden Wunsch von den Lippen ablas.Die Tage vorher galten der Eingewöhnung und ich lernte den Radkurs und die Laufstrecke kennen und machte erstmalig Bekanntschaft mit den Quallen der angenehm temperierten Ostsee. Ungewohnt, aber nicht so schlimm, wie befürchtet. Glücksburg ist ein nettes Touristenörtchen und wir fanden noch Zeit für einen Strandnachmittag sowie einem Besuch der Flensburger Innenstadt. Außerdem kann ich unterstreichen, dass sich unmittelbare Wettkampfvorbereitung und Currywurst mit Pommes keinesfalls ausschließen.

Die Abholung der Startunterlagen, die Pastaparty und die Wettkampfbesprechung nebst Rad-Checkin am Tag zuvor machten allen klar – jetzt geht’s los! Offiziell waren ca. 500 Einzelstarter und 300 Staffeln gemeldet.

Race-Day!

Um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker. Ich hatte gut geschlafen und begab mich mit Stephan zum Frühstück, das uns wunschgemäß zubereitet wurde (toll!). Diana und Grit begleiteten uns um 5:30 Uhr zur Wechselzone. Dort angekommen machte sich erstmalig bei mir eine gewisse Nervosität und Anspannung breit, die ich so lange vermisst hatte, aber nach 15 Minuten war jeder mit sich und seiner Vorbereitung beschäftigt, so dass die Anspannung der Konzentration wich. Die Wechselbeutel wurden aufgehängt, das Rad aufgepumpt und die Flaschen präpariert, die Startnummer wurde auf dem Oberarm markiert und der Neoprenanzug angelegt. Eine tolle Atmosphäre, wenn so früh am Morgen in der Dämmerung alle ruhig vor sich hinwuseln und im Hintergrund leise Musik läuft.

Wir verabschiedeten uns von Diana und Grit und gingen zum Strand. Dort standen wir mit rund 800 Mitstreitern und konnten uns kurz einschwimmen. 15 Minuten vor dem Start verließen alle das Wasser und es wurden die Nationalhymnen aller 13 vertretenen Nationen kurz angespielt. Die letzte Minute wurde mit einem eingespielten Herzschlag eingeläutet (es war nahezu totenstill!), bevor die letzten 10 Sekunden runter gezählt wurden. Dann ging das Abenteuer Langdistanz endlich los!

Als ausgewiesenes „Treibgut“ hatte ich mich bewusst ganz hinten einsortiert, um dem Gewimmel im Pulk zu entgehen. Es galt, zwei Runden á 1,9 km durch die Ostsee zu schwimmen, die an diesem Morgen völlig ruhig war. Kurze Zeit später fand ich mich mitten im Gewimmel wieder und selbst eingangs der zweiten Runde kam es immer wieder zu Kollisionen, Tritten und Schlägen von Mitschwimmern, die teilweise die Fahrbahn kreuzten, als wäre ihr Navi ausgefallen. Ich konzentrierte mich darauf, ruhig und mit langen, gleitenden Zügen zu schwimmen, denn mehr als 2,1 km war ich zuvor noch nie an einem Stück geschwommen. 4,5 km im Schwimmbad mit Pausen ist doch was anderes. Es lief gut, ich schluckte wenig Salzwasser und hatte keine Probleme mit der Atmung. Ende der ersten Runde warf ich einen Kontrollblick auf meine Uhr und stellte fest, dass ich im selbstgesteckten Soll war. Nach der letzten Wende konnte ich sogar noch Tempo zulegen und erreichte nach exakt 1:20 Uhr das Ufer, an dem ich Diana und Grit freudestrahlend abklatschte. Die erste Disziplin war geschafft.

Ich ließ mir viel Zeit im Wechselzelt, trocknete mich ab, zog mich um und verstaute den Neo im Beutel. Ohne Hektik schob ich mein Rad aus der Wechselzone und stieg auf zur zweiten Etappe. Vor mir lagen 180 km auf einem Rundkurs von 30 km mit insgesamt ca. 1.400 Höhenmeter. Klingt vielleicht beeindruckend, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als gut fahrbarer Rundkurs mit wenigen, wirklich steilen Anstiegen (max. 40 HM galt es an einem Stück zu überwinden). Stephan warnte mich im Vorfeld eindringlich vor einem zu schnellen Angangstempo. Zurückhaltung ist Trumpf, denn der Tag wird noch lange! Also ließ ich es relativ ruhig angehen und nahm mir vor, die ersten drei Runden gemäßigt zu fahren. Es dauerte keine 10 Minuten, da bewahrheitete sich die Wetterprognose und es goss wie aus Eimern! Immerhin war es warm und niemand musste mit Unterkühlung rechnen.

Trotzdem der Veranstalter auf der Wettkampfbesprechung vor diesen Bedingungen warnte, setzten vor allem zahlreiche schnelle Fahrer auf dünne Rennreifen, denen der Reihe nach durch den angeschwemmten Rollsplit buchstäblich die Luft ausging. Gefühlte 100 Radfahrer saßen im strömenden Regen reifenflickend am Streckenrand, weitere Ausfälle waren durch teilweise schwere Stürze zu verzeichnen. Wir blieben von beidem verschont und ich wurde bei jeder Umrundung von Diana über meine Rundenzeit informiert, die dank eines SMS-Livetickers jederzeit wusste, ob und wie ich unterwegs war. Die Strecke führte unmittelbar an unserem Hotel vorbei und trotz des Regens waren zahlreiche Zuschauer am Streckenrand und feuerten jeden(!) Athleten bis zum Schluss an.

Ich konzentrierte mich auf den zweiten, vielleicht wichtigsten Aspekt der Langdistanz – die Verpflegung. Gerade bei diesen Bedingungen vergisst man schnell die Flüssigkeitsaufnahme. So aß ich all die leckeren Gels (…) und Riegel, die ich vorbereitet hatte und trank regelmäßig Wasser und Iso. Insgesamt 11 Pinkelpausen sorgten für die Gewissheit, dass der Flüssigkeitshaushalt stimmte und der Radcomputer verriet, dass mich das 6 Minuten gekostet hat…die schnellen Jungs machen so was übrigens im Fahren…

In Runde 4 und 5 riskierte ich eine Tempoverschärfung. Ich fühlte mich blendend und überholte alles, was Aerohelm und Scheibenrad fuhr und offenbar schon in drei Runden zuvor ihr Pulver verschossen hatte. In der letzten Runde bremste ich mich wieder ein, denn die Sonne kam endlich zum Vorschein und verwandelte den Kurs in eine dampfende Sauna. Immer noch stellte sich keine Erschöpfung ein, ich konnte mich gut in der Aeroposition halten und hatte Spaß mit den Zuschauern. Diana und Grit signalisierten mir, dass ich schneller als erwartet unterwegs war. Als ich nach 6 Runden die Wechselzone im Kurpark mit einem Grinsen im Gesicht erreichte, war mir klar: Jetzt geht hier nichts mehr schief! Die große Uhr am Zielbogen zeigte eine Rennzeit von 7:06 h, als ich aus der Wechselzone auf die Laufstrecke ging.

Die ersten 4 km des 8,44 km Rundkurses sind was für den Kopf. Man läuft 1km auf einem unbefestigten, teilweise nur 1 Meter breiten Pfad an einem Campingplatz vorbei auf einen Wendepunkt zu und muss sich stark konzentrieren, um nicht mit entgegenkommenden Läufern zu kollidieren. Nach 2 km geht es über kleine, giftige Anstiege (summiert den Marathon auf selbstgemessene 300 HM) durch die Wohngebiete von Glücksburg, bevor man durch den Innenhof des schönen Glücksburger Wasserschloss’ läuft. Der zweite Teil ist deutlich schöner zu laufen. Nach den ersten 4 km fand ich meinen Rhythmus ließ mich, wie im gesamten Rennen, von meinem Körpergefühl leiten, was sich im Laufe der Jahre des Ausdauersports bestens entwickelt hat, bevor funktionsüberladene Uhren und zweifelhafte Smartphone-Apps dafür sorgten, dass einem das Denken abgenommen wird.

Die ersten drei Runden lief ich in nahezu dem gleichen Tempo und verlor nur 1 Minute. Diana und Grit standen an der Uferpromenade und begrüßten mich jedes mal mit „Du läufst wie ein Uhrwerk“. Stephan sah ich schon kurz nach dem Wendepunkt der ersten Runde und dachte: „Ist der bärenstark unterwegs!“. Ich rechnete schon früh damit, dass er mich einholte, sah aber ab der zweiten Runde, dass ihm (zum Glück erst sehr spät) der Magen wieder Probleme bereitete. Nun ja, es waren mittlerweile 28 Grad und die Luftfeuchtigkeit bewegte sich bei 70-80%, zudem waren wir schon 9 Stunden unterwegs!

Diese Probleme stellten sich bei mir bis zum Schluss nicht ein, ich fühlte mich bärenstark und war jederzeit hellwach und konzentriert. Dachte ich tags zuvor noch, dass 5 Verpflegungsstellen auf der Laufrunde doch etwas übertrieben seien, steuerte ich im Rennen dankbar jede von ihnen an und goss mir Wasser in und über den Körper. Stücke von Wassermelonen und Salzbrezel sorgten für eine willkommene Abwechslung auf dem gellastigen Speiseplan.

Ich überholte unablässig Einzel- wie Staffelläufer, was zur Motivationssteigerung beiträgt und fand immer wieder Zeit, mit den Zuschauern zu feiern. Trotzdem übte ich mich in Zurückhaltung, denn Stephan erzählte, dass sich der kritische Punkt im Marathon bei einer Langdistanz meist schon nach 25 km einstellt. Als selbst in der 4 Runde kein Leistungseinbruch zu verspüren war, ging ich in freudiger Erwartung des Zieleinlaufs in die letzte Runde. Noch einmal den fiesen Wendepunkt umrundet, die kleinen Anstiege langsam hoch, durch das Wasserschloss auf den letzten, schattigen Teil. 1,5 km vor dem Ziel strullerte ich ein letztes Mal souverän in die Botanik und machte mich mit Wasser und Schwamm am letzten Verpflegungspunkt schick für den Zieleinlauf. Dramaturgisch kaum besser zu gestalten läuft man den letzten Kilometer eine kleine Straße abschüssig zum Hafen, biegt rechts ab auf eine kleine Brücke und gelangt dann auf die Uferpromenade. Diese macht eine leichte Rechtskurve und eröffnet den Blick auf den Zieleinlauf in rund 500 Metern. Dort säumten schätzungsweise 2000 Zuschauer den Zielkanal und empfangen jeden mit einem ohrenbetäubenden Jubel. Ich genoss die letzten 100 Meter auf dem roten Teppich gehend und kam mit einem Freudenschrei ins Ziel! Dort kamen mir Stephan und Diana entgegen, die sich irgendwie an den Drängelgittern vorbei gemogelt hatte. Grit tat es ihr gleich und alle 4 standen wir freudestrahlend im Ziel, ein unglaublicher Moment, den ich für immer in meinem Gedächtnis abgespeichert habe!

Ich freute mich riesig für Stephan, dass er endlich wieder ein tolles Ergebnis (10:27 h und Platz 51!!!) erreicht hat und war von meiner eigenen Zeit von 10:54 h und Platz 106 selbst überwältigt, zumal der Ostseeman im Vergleich zu vielen anderen Langdistanzen (um mit schnellen Strecken zu werben) für eine überaus korrekte Auslegung der Streckenlängen steht, was die Einzelzeiten der Spitzenathleten bestätigen. Dass ich in meiner ersten Langdistanz den Marathon in 3:47 h laufe, hätte ich nie für möglich gehalten.

Zu später Stunde und nach dem Abendessen kehrten wir um 22:00 Uhr zum Zielbereich zurück, wo die letzten Finisher nach 15 Stunden von den Zuschauern begeistert empfangen wurden. Hier braucht sich der Ostseeman hinter keiner Veranstaltung zu verstecken. Das Feuerwerk beendet traditionell den Wettkampftag in der aufkommenden Abenddämmerung und so endet der oft zitierte „längste Tag des Jahres“.

Mein Dank geht an alle, die mich auf dem langen Weg bis hierhin unterstützt und motiviert haben, insbesondere an Stephan, der mich überhaupt zu dem Abenteuer Langdistanz animiert hat und ohne dessen wertvolle Tipps und Erfahrungen ich wahrscheinlich nicht so gut abgeschnitten hätte. Der größte Dank geht jedoch an Diana, die mich nach der Enttäuschung des letzten Jahres umgehend dazu angehalten hat, es erneut zu versuchen und, wie immer, der beste und größte Rückhalt war, wenn der innere Schweinehund die Motivation verschleppt und sie mir den Rücken von zahllosen Dingen des Alltags freigeräumt hat.

Es war vermutlich nicht mein letzter Auftritt auf der Langdistanz, aber jetzt wird der Augenblick genossen und gefeiert.

Bericht von Stephan Müll.

Es war mal wieder soweit – nach Frankfurt, Roth, Podersdorf und Vichy stand meine fünfte Langdistanz in Glücksburg beim Ostseeman an. Für mich galt es in erster Linie, nach den beiden zuletzt enttäuschenden Ironman Rennen, mal wieder einen soliden Wettkampf zustande zu bringen.  Die Testwettkämpfe verliefen zuletzt vielversprechend, aber das kannte ich aus den vergangenen Jahren bereits und war nicht unbedingt ein Indiz auf einen guten Saisonhöhepunkt.

Zudem musste ich das Training in den letzten Monaten deutlich reduzieren, da Arbeit und viele private Dinge einfach dazwischen kamen. So wurden beispielsweise die langen Mittwochs-Koppeleinheiten beinahe komplett aus dem Trainingsplan gestrichen und lediglich am Wochenende die ganz langen Ausfahrten absolviert. Dementsprechend war die Erwartung für den Ostseeman auch nicht sonderlich hoch, wobei ich den abschließenden Marathon nicht schon wieder als Wander-Variante erleben wollte.

Grit und ich sind dann 5 Wochen vor dem Wettkampf für 1 Woche nach Glücksburg gefahren und ich konnte mich schon mal mit den Strecken vertraut machen. Was ich teilweise in diversen Foren von „steilen Rampen“ und „Bergübersetzung“ gelesen hatte, stellte sich glücklicherweise als völlige Übertreibung heraus und so freute ich mich auf die anstehenden 226 Kilometer. Einziger Wermutstropfen waren noch die zahlreichen Quallen in der Ostsee… vor allem wurde in einigen Blogs von Feuerquallen berichtet, aber auch dagegen war ich gewappnet (Sonnencreme mit Quallenschutz!!!).

Am Donnerstag vor dem Rennen ging es zusammen mit Diana und Micha wieder nach Glücksburg in unsere klasse Pension direkt an der Rad- und Laufstrecke. Die letzten Tage gingen mit Streckenerkundung, Pasta-Party und dem üblichen Rad-Checkin schnell vorbei. Und dann war es auch schon soweit… nachdem Micha letztes Jahr noch kurz vor dem Start krankheitsbedingt absagen musste, gab es dieses Jahr keinerlei Hindernisse und es konnte gemeinsam losgehen.

Das frühe Aufstehen gehört ja bei jedem Ironman Rennen dazu und so klingelte auch bei uns um kurz nach 4 Uhr morgens der Wecker. Nach einem kurzen Frühstück ging es in die Wechselzone, um noch die letzten Vorbereitungen für das Rennen zu treffen und nach einem kurzen Einschwimmen und 13 Nationalhymnen (Hymnen aller teilnehmenden Länder) startete um kurz nach 7 Uhr das Rennen.

Um der Prügelei in der Startdisziplin zumindest etwas zu entgehen, ging ich relativ weit hinten ins Wasser, allerdings gab es natürlich auch dort auf den ersten 600 m einige Tritte und Schläge. Danach konnte ich mich aber auf meinen Rhythmus konzentrieren und es lief – bis auf ein paar Quallenkontakte – ganz gut an. Glücklicherweise war das Meer sehr ruhig und so war ich nach geplanten 1:10 Std. wieder am Strand und ich konnte gut gelaunt auf mein Rädchen wechseln.

Die Radstrecke besteht aus einem 30 km Rundkurs, der 6 Mal absolviert werden musste. Obwohl ich mich von Beginn an dazu zwang nicht zu viel Gas zu geben, waren die ersten 30 km nach gut 50 min bereits vorbei und ich fühlte mich blendend. Auch der einsetzende Regen änderte daran nichts, allerdings zwang er einen doch dazu etwas vorsichtiger in den Kurven zu fahren – einige andere Athleten sahen das wohl anders, was zu etlichen Stürzen und Unfällen führte. Auch die weiteren Runden liefen perfekt für mich ohne Rücken- oder Magenschmerzen – lediglich der Harndrang blieb kontinuierlich bestehen. Um dem entgegen zu wirken, trank ich wesentlich weniger als bei meinen letzten Langdistanzen, aber richtig genutzt hat es auch nicht.

Am Ende meiner fünften Runde fuhr ich zusammen mit den beiden Führenden Nitschke und Schramm nach Glücksburg ein, allerdings musste ich, im Gegensatz zu den beiden, noch eine Runde auf dem Rädchen drehen. Zwischenzeitlich hatte ich sogar noch überlegt eine Radzeit von unter 5 Stunden anzupeilen, es dann aber zugunsten eines hoffentlich guten Marathons schnell wieder verworfen.

Nach 5:06 h war dann der Radsplits vorbei und ich fühlte mich fit für den Marathon – auch wenn jetzt die Sonne herauskam und es richtig schwül und heiß wurde. Die erste Runde verlief dann richtig gut – ich konnte locker laufen mit einem 5 min/km Schnitt und ich strahlte mit Grit und Diana um die Wette. Nachdem ich mein erstes Bändchen für die 8,4 km bekommen hatte, sah ich auch Micha ca. 100 m vor mir in seiner ersten Runde laufen. Gut gelaunt klatschte ich nochmal die Mädels ab und dann war es von einer auf die andere Sekunde vorbei…

Als hätte mir jemand ein Messer in die Seite gerammt, bekam ich plötzlich heftige Seitenstiche und musste erst einmal einige Meter gehen. Kurze Pausen, dehnen und strecken halfen leider auch nicht wirklich und ich musste mich unter Schmerzen zwingen wieder anzutraben. An der Verpflegungsstelle kippte ich mir etliche Becher mit Wasser über den Kopf und trank jede Menge Iso, Cola und Wasser. Leider half das alles nicht so richtig. Ich konnte dann zwar wieder langsam traben, aber an das schöne Lauftempo war nicht mehr zu denken. Ich versuchte es zwar immer wieder schneller zu werden, aber der Körper quittierte das immer wieder mit Schmerzen an der Seite. Das Ärgerliche war, dass meine Beine sich super anfühlten, aber der Rest wollte einfach nicht schneller. Ich versuchte dann alles mit Salztabletten, Wassermelone, Gels und Getränken, aber jedes Mal wenn ich etwas trank, bekam ich wieder Schmerzen… also trank ich weniger und trabte so Runde um Runde mit Durstgefühl über die Strecke.

Die Zuschauer waren wirklich klasse und vor allem Grit und Diana unterstützen uns in jeglichen Belangen, feuerten uns an und redeten mir immer wieder Mut zu. Bei jedem Wendepunkt musste ich dann doch etwas grinsen als ich merkte das Micha einen super Marathon laufen würde. Wir trafen uns immer später und er sah weiterhin richtig frisch aus.

Irgendwann kamen dann auch die letzten Meter für mich und nach 10:27:27 h hatte ich es dann endlich geschafft. Fix und fertig kam ich ins Ziel und trank erst einmal den halben Getränkestand leer. Nach einigen Minuten ging es dann auch schon wieder und ich wartete mit Grit und Diana darauf, dass Micha auch ins Ziel kam. Nach 10:54:18 h genoss er sichtlich das Ende seiner ersten Langdistanz und mit 3:47 h legte er zudem einen klasse Marathon hin. 2 Jahre hat es gedauert und nun wurde er mit einem perfekten Tag belohnt – Glückwunsch Micha, hast du prima gemacht!

Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 8. August 2014 um 21:15 und abgelegt unter 2014, Berichte. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

2 Kommentare über “2 Berichte und Bilder vom Ostseeman am 3.8.”

  1. Stefan schrieb:

    Hammer Leistung von euch BEIDEN!!! …und coole Berichte, bei denen man gleich fast wieder selbst im Wettkampf drin ist, mit allen positiven und negativen Erlebnissen…wobei Micha ja eigentlich NUR positive hat. Ich denke da kann man höchstens noch was bei 11x Dixie auf der Radstrecke optimieren ; ))))

    Bis bald im Wasser….

    Viele Grüße
    Stefan

  2. Bernd Fischer schrieb:

    Starke Leistung Ihr zwei, so schnell war ich nie auf der Langdistanz!