Triathlon

SV Hellas 1923 (1910) e. V. Siegburg

2 Berichte von der Challenge Roth am 20.7.

Montag 4. August 2014 von norbert

Berichte von Michael und Stefan Fri.

Ein erstes Fazit von Michael wenige Tage nach seinem Ironman.

Der Tag ging recht früh (3.15 Uhr) los (genau genommen hörte der Samstag gar nicht auf…) und wie vorausgesagt, sollte er wettertechnisch „sehr schön“ werden. Viel Sonne, sehr warm. Sehr gewünscht an etwa 364 Tagen im Jahr. Um 6:40 Uhr ging es dann endlich los. Aufgrund der super Challenge Organisation gab es beim Schwimmstart keinerlei Rangeleien und ich habe sehr schnell einen Rhythmus gefunden. Nach schier endlosen 68min kam ich dann endlich aus dem Wasser und durfte mich meiner Lieblingsdisziplin widmen.

Die ersten 90km liefen richtig gut und mit 2:28h auch recht flott bei günstigen Windbedingungen. Jedoch war es gegen Ende der Runde schon sehr warm (~10 Uhr). Nach 110km hatte ich einen ersten Krampf, der mich zum Stopp zwang. Danach bin ich etwas verhaltener weiter gefahren, musste allerdings nach 160km nochmals den linken Oberschenkel dehnen. Den dritten Krampf 5km vor dem Wechsel aufs Laufen habe ich versucht bis zum Wechsel zu ignorieren. Nach für diese Umstände noch sehr respektablen 5:04 Stunden bin ich in den (Halb-)Marathon gestartet, glücklicherweise ohne Krämpfe. Nichtsdestotrotz ließ ich mir an den Verpflegungsstellen Zeit für die Nahrungsaufnahme. Die ersten 10km zogen sich dennoch wie Kaugummi, trotz einer zufriedenstellenden 51:30. Bis KM 17 hielt ich das Lauftempo auf einem 5:20/min Tempo, was angesichts der ~34-35°C in der prallen Sonne schwer okay war (und dem halben Tag Sport, den ich schon hinter mir hatte).

Leider war mein Mineralhaushalt mittlerweile so dermaßen leer, dass ich es nicht mehr schaffte, ihn auszugleichen, geschweige denn, wieder auf Vordermann zu bringen. So waren Krämpfe in beiden Oberschenkeln dann der Grund, bei KM 23 auszusteigen. Ein vernünftiges „Rennen“ war einfach nicht mehr drin, zumal noch 19km (knapp die Hälfte…) noch vor mir lagen…

Wie ihr euch vorstellen könnt, sitzt die Enttäuschung sehr tief, wenn man nach 9 Monaten harter Arbeit nicht mal ein Finisher-Shirt in der Hand hält. Allerdings sind subtropische Verhältnisse leider nicht zu simulieren. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass ich noch nie in meinem (langen) Sportlerleben auf Minerale während eines Rennens zurückgreifen musste. Noch dazu in diesen Massen, wie sie am Sonntag nötig gewesen wären.

Abschließend bleibt die Erkenntnis, dass der „Ironman“ wirklich so hart ist, wie es sich die meisten (wahrscheinlich nicht mal) vorstellen (können). Es war ein einmaliges Erlebnis, die Stimmung in Roth ist unfassbar. Das kann man dem ganzen Landkreis gar nicht genug danken. Auf dem Solarer Berg kommen einem fast die Tränen

Bedanken möchte ich mich natürlich auch. Vor allen bei meiner lieben Frau Cori Stein, ohne deine Unterstützung wäre das Projekt gar nicht erst gestartet. Ganz besonderen Dank gilt meinen beiden Trainern Björn Geesmann von STAPS und Matthias Wachten. Ihr habt mich auf den Punkt fit bekommen. Bei besseren Bedingungen wäre mit Sicherheit auch eine sub 5h Radzeit drin. Und dass ich mal 4km am Stück schwimme, hätte ich auch nicht geglaubt! Vielen, vielen, vielen Dank auch an Wilke Rohde, der extra nach Roth zum Anfeuern kam. Das vergess ich dir nie! Und natürlich meinen Trainingspartner Sebastian Hoff, Nikolaj Heck und Rene Spanier. Ohne euch wäre die Vorbereitung ziemlich öde gewesen.

Dass es trotz dieser Bedingungen für Bestzeiten reicht, hat Mel Le gezeigt. Einfach schier unglaublich, was du geleistet hast!!! Mein allergrößter Respekt! Und jetzt darfst du dich auch noch Deutsche Meisterin nennen! Verdient hast du es alle mal! Keine Bestzeit, aber wieder mal konstant wie ein Uhrwerk fuhr Fritz Buchstaller. Mit 50 Jahren wäre ich gerne halb so fit! Fabian Conrad wünsche ich, dass er nächstes Jahr endlich mal Glück bei seinem Heimrennen hat. Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst…

So, genug erzählt. Danke für eure Unterstützung am Sonntag und während der letzten 9 Monate. Jetzt freue ich mich auf die kommenden. Es stehen ja noch einige interessante Termine auf dem Kalender …

 

 

 

Hier der Bericht von Stefan.

Am 20.07.2014 habe ich die erste TRI-Staffel in meiner „Karriere“ in Angriff genommen. Nachdem ich in 2012 in Roth die Langdistanz erst- und einzigmalig gefinisht hatte, wollte ich jetzt die einzigartige Atmosphäre im Rahmen einer Staffel genießen. Hierbei ist mein Kumpel Georg die 3,8km geschwommen, dann kam ich mit 180km Rad und dann wieder er mit den 42,125km Lauf.
 
Morgens am Start war wie immer eine tolle Stimmung, Gänsehaut pur!!! Die Staffeln starten in Roth zuletzt und zwar eine Stunde nach den letzen Einzelstartern , von daher kamen wir erst zur sehr moderaten Uhrzeit 08:45 in Gang. Georg ist das erst Mal soweit geschwommen (vorher „nur“ 1,9) und war entsprechend nervös. Aber alles hat gut geklappt und nach ca. 1 ½ Stunden war ich an der Reihe. Allerdings ist mir in der Wartezeit in der Wechselzone schon die extreme Wärme, selbst am frühen Morgen aufgefallen…aber auf dem Rad ist ja immer Wind ; )))
 
Also rauf aufs Rad und los geht’s mit ziemlich genauem Plan was Puls, Wattzahlen und Ernährung angeht. Ich komme genau in die zweite Runde der Startnummern so zwischen 200 und 400, also ziemlich fitte Einzelstarter und es läuft wirklich super! Der Solarer Berg nach 70km ein Gänsehautereigniss, ich fliege auf dem großen Blatt hoch, muss mich aber bremsen, in dem engen Zuschauerspalier ist überholen nicht möglich…wahnsinn! Die erste Runde mit 90km in 2:45Std. sind für mich richtig gut, denn Höhenprofil und die Hitze sind nicht zu verachten. Blöder Weise kann ich dann allerdings ab ca. 100km nichts mehr essen, mir wird kotzübel wenn ich in den Riegel beiße, und die Gels in meiner Rückentasche kommen durch die auf der Strecke permanente Sonneneinstrahlung langsam Richtung Siedepunkt : (   Auch das Trinken geht nur noch Schlückchen weise, mein Magen rebelliert sozusagen. Dafür schütte ich umso mehr Wasser über Kopf, Arme und Beine was die Hitze erträglich macht. Trotzdem wird das radeln immer mehr zu Qual und ab 130km ist es eigentlich NUR noch vorwärtsquälen. An den Verpflegunsgstationen sitzen oder liegen Leidensgenossen- innen im Gras und „ernähren“ sich. Ob´s bei denen weiter geht….keine Ahnung…ich zieh es durch, denn Georg will ja den Lauf starten! Der Solarer Berg zum zweiten Mal, ca. km 150 leichtest möglicher Gang, komm grad so hoch… und noch 30km….Habe keine Körner mehr, mir ist übel…aber was sind schon 30km…ich zieh mich weiter durch, der vorletzte Anstieg (der eigentlich nur eine Welle ist), danach geht’s fast nur noch leicht runter bis auf einen kleinen Anstieg in Hilpoltstein…ich lasse es laufen…bin eigentlich sogar zu schlapp mich in Position zu halten….und mir wird schwummerig auf dem Rad, fahre Schlangenlinien…STOPP!!! 2 ältere Zuschauer in einem Waldstück….ich halte an…geb denen das Rad mit der Bitte es zu halten…leg mich nur noch auf den Rücken…Leere…nix geht mehr. Zum Glück kommt ein Begleitmotorrad, der Fahrer kümmert sich super um mich, denn ich hab wirklich Bedenken ganz abzuklappen. Er ruft ein Sanifahrzeug, was mich dann in den Zielbereich bringt. Vorher aber der Anruf in die Wechselzone…Georg kann den Marathon in Angriff nehmen, was mir wirklich wichtig war!
 
Im Ziel gibt’s erst mal 2 leckere Infusionen, danach geht’s besser, bis auf die Übelkeit. Ich kann wieder laufen! Stefan, der sich super um Georg, MEIN RAD und nun um mich kümmert, nimmt mich mit in die Unterkunft. Duschen, frische Klamotten und ab zum Marktplatz… Georg auf den letzten KM anfeuern. Er schaffts wirklich und zwar in bei DEM Wetter wirklich respektablen 4:26! Ich kann ihn aber leider nicht im Ziel empfangen, die Übelkeit zwingt mich im Auto zu warten. Erst mit dem Einschlafen in der Unterkunft ist die besiegt.
 
Wahrscheinlich hatte ich durch die fehlende Ernährung so was wie einen Hungerast, dehydriert und ggf auch noch nen Hitzestich (Übelkeit) Mein Tacho zeigt im nachhinein eine Durchschnittstemperatur von 34° und eine Spitze von 41° an, dazu ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit. Es gab dadurch eine sehr hohe Zahl an DNF´s , was natürlich für die Einzelstarter bitter ist. Ich bin froh so gehandelt zu haben. Ich denke ganz gut „beißen“ zu können, aber DAS war am Limit und eigentlich schon etwas drüber.  Aber schon am nächsten Tag gings wieder gut und inzwischen hab ich schon wieder einige Radtouren und Koppeltrainings hinter mir…alles GUT!
 
Für die Staffel 2015 haben wir leider keinen Startplatz bekommen…nach 34 Sekunden!!!! Ausgebucht! Aber Georg legt noch einen drauf und hat einen Einzelstarterplatz!!! Naja, Schwimmen und Laufen hat er ja schon….und das bisschen Rad fahren klappt dann auch noch ; ))))
 
Also…nun hab ich auch DIE Erfahrung gemacht…braucht kein Mensch…aber man lernt auch daraus was…es gibt halt doch den Punkt an dem es NICHT mehr geht…und die Helfer in Roth sind super…“meinem“ Motorradfahrer hab ich deshalb ein kleines Dankeschön geschickt.
 

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 4. August 2014 um 18:35 und abgelegt unter 2014, Berichte. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Ein Kommentar über “2 Berichte von der Challenge Roth am 20.7.”

  1. Stefan schrieb:

    Hey Micha,

    noch mal ….Kopf hoch…bei „normalen“ Bedingungen hättest Du bestimmt gefinisht…und Du hast noch jede Menge Zeit für Deinen ersten Ironman…Wie Du selbst schreibst ist er halt immer hart und mit „leiden“ verbunden…aber dieses Jahr Roth war einfach höllisch…mein Bericht folgt ; )

    Auf ein Neues!!! Bis bald auf dem Radl,,,
    Stefan