Triathlon

SV Hellas 1923 (1910) e. V. Siegburg

5 Athleten, der Allgäu-Triathlon-Regen und ein Seeungeheuer

Dienstag 25. August 2015 von norbert

Bericht von Anja.

Die Wetterprognose erstaunte uns irgendwie. Waren wir doch die ganze Saison sonnenverwöhnt worden: Regen, Regen, Wolken, Regen…..

Die wichtigste Aktion im Vorfeld war das Abfahren der legendären Radstrecke, allerdings im Auto! Da Klaus am Steuer saß , gab es bei einigen Passagen schon das ein oder andere Aufschreien im Auto. Puh! Diese Strecken im Regen! Da hört vielleicht der Spaß wirklich beim leidenschaftlichsten Triathleten auf! 42 km Allgäu pur! Hier sollen Justyna und Klaus rauf und vor allem auch runter? In dem Wetter? Sie beide waren ja die Staffel-Radler. Andreas , der sich an der erstmals eingeführten Sprint-Distanz versuchen wollte, hatte mit 20 km die zwar kürzere Strecke im Programm, jedoch blieben ihm die anfänglichen Steigungen von 20% auch nicht erspart. Irgendwie waren wir alle durch das Wetter und die Radstrecke ernster und nachdenklicher, fand ich.

Das Checken der Schwimmstrecke warf da andere Gedanken auf: Umständliche Streckenführung auf der 1500m-Runde! Die 500m für Andreas schön gerade….. Die Laufstrecke schauten wir uns nur auf dem Plan an. So richtig durchsteigen taten wir da nicht. Auch da schien die kürzere Variante für Andreas die klarere zu sein. Nun denn, Sandra und ich mussten da eben durch. Alles nicht so schlimm, wie diese Radstrecke bei dem Wetter!!!

Am Abend davor war Pasta-Party mit Wettkampfbesprechung. Das war echt klasse! Super organisiert in einem großen Festzelt. Sogar Live-Musik. Sehr professionell wurde durch den Abend geführt und sogar die Stars des Wettkampfes auf die Bühne geholt. Faris al Sultan absolvierte tatsächlich dort seinen letzten Wettkampf und wurde ausgefragt und Thomas Hellriegel antwortete sehr sympathisch normal ins Mikrophon.

Und draußen regnete es ……..
Und in der Nacht regnete es…….

Wir standen in einer endlos langen Schlange entlang des Seestrandes im Regen beim Check-In. Vor uns lag ein grauer See und Nebel und Wolken. Einfach nur gesund ins Ziel kommen! Auf Sicherheit fahren! Das war, was uns allen durch den Kopf ging, als Radfahrer oder Freund oder Partner! Im größten Startfeld von 800 Startern los zu schwimmen, machte da zwar Bedenken, aber keine direkten Sorgen! Das wurde so ganz nebenbei bei der Wettkampfbesprechung mitgeteilt. Im Regen lang laufen, wo irgendwo so ein 20% Kuhsteig auf einen wartet…..das ist doch harmlos!

Wir fanden schnell unseren Platz in der Wechselzone und akzeptierten, das alle Sachen sicher auch im Beutel klamm und vielleicht auch nass würden. Als wir zum Start gingen hörte es auf zu regnen. Vom Steg ging es in den See zum Wasserstart.

Das Schwimmen erwies sich leider als stressige Tortur bei mir! Es war eng, es waren zu viele . Ein ständiges Berühren, unabsichtliche Schläge und Tritte, Ausweichmanöver….. Und dann kam es: Das bayrische Seeungeheuer! Ich schwamm schon mehrere Meter mit einem hektischen Einzelstarter mit starkem Rechtsdrall auf meiner linken Seite, als sich auf meine rechte Seite noch eine weibliche Einzelstarterin ( man erkannte sie an der Farbe der Badekappen!) mit Linksdrall dazugesellte. Beide hatten mich jetzt zwischen sich, was wohl keiner der beiden bemerkte aber auch sicher nicht interessierte. Ich hielt das aus und dachte noch ich komm da irgendwann schon raus mit meiner Kraultechnik Tendenz geradeaus. Auch als das weibliche bayrische Seeungeheuer anfing mich anzuschreien blieb ich bei meinem Kraulen geradeaus . Auch als sie mit ihren Kraulbewegungen von einer Sekunde auf die andere aufhörte, blieb ich bei mir und meinem Wunsch nach vorne zu kommen. Als sie mich dann aber mit ihren Händen an der Taille packte und mich 3x unter Wasser drückte und dabei ungeheuerliche Laute von sich gab….kraulte ich nicht mehr. Ich war nun unter den Schwimmern und sie schwamm über mich hinweg! Ich konnte dieser aggressiven, gestörten Triathletin nur noch was Schnelles hinterher rufen…….So was, tja, das habe ich noch nicht erlebt! Sie war nicht mit Nummer zu identifizieren.

Ich schwamm weiter in einem engen großen Feld von vielen, vielen Schwimmern und das Einschwimmen in den Hafen mit darauffolgendem Landgang, wo auch nur Stau herrschte, bestätigte mir: Hier sind zu viele Starter auf zu engem Raum! Sandra kam von ihrer hinteren Position da besser durch. Ich war froh, als es vorbei war!

Klaus und Justyna hatten Überholverbot auf den ersten KM auf der Radstrecke. Dann kam schon bald der erste 20% Anstieg. Das Wetter hatte Gnade mit ihnen und bis oben hat es nicht geregnet. Oben gab es dann wohl einen kurzen Schauer und dann war Ruhe! Klaus genoss die Radstrecke und kam in einer schnellen Zeit zurück. Auch Justyna erwies sich als Top-Radlerin auf dieser schweren Strecke.

Auf der Laufstrecke gab es viel zu sehen. So viele Athleten! Nach km 4 kam der Kuhsteig und ich dachte mich tritt gleich eine Kuh! Ein langer 20 % Anstieg aus Matsch und Steinen! Musste das sein? Leider bekam ich bei km 7 wieder Probleme mit der Wade und musste ständig anhalten. Sandra lief fantastisch durch. Alle waren wir zusammen froh, dass dann auch Andreas gesund ins Ziel kam.

Das Seeungeheuer habe ich im Ziel vorgefunden. Es wollte nicht mit mir reden. Dank seiner Startnummer weiß ich aber jetzt, dass es auch einen Namen hat: Christiane!

Fazit: Eine tolle Veranstaltung bei bescheidenem Wetter! Bei schönem Wetter vielleicht wieder in 2016………mit anderer Schwimmstrecke und ohne Christiane!

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 25. August 2015 um 11:07 und abgelegt unter 2015, Berichte. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt.

Ein Kommentar über “5 Athleten, der Allgäu-Triathlon-Regen und ein Seeungeheuer”

  1. Sachs schrieb:

    Sehr schöner Bericht,Anja. Hat Spaß gemacht mit Euch. Werde noch lange dran denken.

    Und die Bezeichnung Seeungeheuer finde ich sehr passend :-)